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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Konzentration
BeitragVerfasst: 11.09.2008, 13:59 
Hallo,

was ich auch noch fragen wollte....

Gestern nachmittag hat mich mein Freund sehr aufgeregt angerufen. Sein Schwager sei ins Krankenhaus gekommen. Man wüsste noch nichts Näheres.

Die Eltern meines Freundes leben nicht mehr, er hat aber eine erheblich ältere Schwester, mit der er sich (und auch mit seinem Schwager) sehr gut versteht.

Meinem Freund geht das sehr nahe. Er hängt seit dieser Nachricht irgendwie in der Luft. Er weiss, dass sein Schwager sowieso schon nicht gesund und als Risikopatient eingestuft ist. Es ist aber nunmal leider etwas anderes, wenn man damit rechnet, dass etwas passieren könnte und wenn es dann passiert.

Seine Aussage, dass er jetzt nur noch den Gesundheitszustand des Schwagers im Kopf hat und er sich nicht mehr auf seine Arbeit konzentrieren könne, hat mich nervös gemacht. Auch meinte er, es gebe jetzt Wichtigeres, als SHG und dieses oder jenes.
Auf meine Frage heute morgen, ob er am Sonntag zum Essen zu uns kommen möchte, antwortete er, dass er noch gar nicht so weit denken könne. Man werde sehen.

Kann es passieren, dass er vor lauter Angst um den Schwager jetzt alles andere über den Haufen wirft? Dass er sich jetzt quasi hinter der Sorge (die 100%ig ehrlich ist) um den Schwager versteckt, um sich nicht mit den anderen Problemen auseinander setzen zu müssen?

Warum kann er sich zum Beispiel bei Aufräumaktionen in seiner Miniwohnung derart verzetteln, dass am Ende überhaupt nichts getan ist. Sich aber in so einer Situation wie jetzt die Erkrankung des Schwagers voll darauf konzentrieren? Ohne die "Spur" zu verlieren?


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BeitragVerfasst: 11.09.2008, 14:10 
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wenn der Schwager für ihn eine enge Bezugsperson ist, ist es doch ganz normal, dass ihn das aus der Bahn wirft. Man kann ihm nicht vorwerfen, er räume nicht auf, und bleibe zu lange zu Besuch im Krankenhaus etc.

Versuch dir vorzustellen, du wärst an der Stelle des Schwagers. Würdest du von deinem Freund gerne hören: xy möchte aber, dass ich mich mehr aufs Aufräume konzentriere, deshalb sollte ich nicht zu lange zu Besuch bleiben etc.

Das ist doch einfach menschlich, Messies und andere sind doch keine Maschinen, die man planvoll "einsetzen" kann.

Ich hoffe, ich konnte das so rüberbringen, dass du das nicht falsch verstehst, aber ich finde, Menschen haben Vorrang vor Dingen.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.09.2008, 14:24 
Hallo Rabia,

dann habe ich mich vermutlich falsch ausgedrückt.

Natürlich gehen Menschen vor. Ich arbeite im Gesundheitswesen und mir gehen die Menschen IMMER vor!

Aber zum Beispiel denke ICH doch genauso an seinen Schwager und wie es ihm gerade gehen mag und dass ihm geholfen wird. Aber ich denke AUCH daran, dass ich noch die Blumen in der Wohnung giessen will, und was ich meinen Kindern heute als Abendessen hinstelle oder ich gehe zur Waschmaschine usw.
Im Frühjahr musste ich ein Vierteljahr lang eine Fortbildung besuchen. Mein Onkel, zu dem ich ein sehr enges Verhältnis habe, lag auf der Intensivstation. Nach dem Krankenhaus kam er auf Reha. Meine Tochter hatte große Probleme mit dem Verhältnis zu ihrem Vater, war sechs Wochen in einer Jugendpsychiatrie. Ich musste jede Woche eine Prüfung schreiben. An all das habe ich gedacht, während ich mir irgendwelche chemischen Formeln um die Ohren geschlagen habe.

Meine Angst bezüglich der jetzigen Situation ist, dass sich mein Freund nur noch auf das EINE, nämlich den Schwager konzentriert. So hat er es mir ja gesagt. Darunter leidet die Arbeit. Und mit der Arbeit verdient er sein Geld.

Ich wollte nur wissen, ob dieses "alles-andere-ausblenden" vielleicht typisch ist. Mit dieser Frage wollte ich niemanden verärgern.


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BeitragVerfasst: 11.09.2008, 15:09 
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Helena du hast niemanden verärgert mit der Frage, keine Sorge.

Ja, das ist in seiner Situation vermutlich "normal". Was ist schon normal - besonders wenn man sich schlimme Sorgen macht? Ich denke nicht, dass du dir deshalb zusätzlich Sorgen machen mußt. Ich kenne so etwas auch von mir. Besonders, wenn mich irgendwas sehr belastet, dann kreisen meine Gedanken überwiegend um das Thema.

Ich schrieb dir ja schon, dass ich es leider nicht geschafft hab, alle deine Beiträge komplett zu lesen. Deshalb kann es sein, dass meine folgende Frage vielleicht schon aufgeworfen wurde: Hast du dich mal in das Thema AD(H)S eingelesen? Das muß nicht bedeuten, dass dein Freund es hat. Aber ich persönlich finde sehr sehr viele Ähnlichkeiten in meinem Verhalten und der ADS-Symptomatik. Weil ich aber eben eher wie paralysiert reagiere und nicht wußte, dass Hyperaktivität nicht zwingend dazu gehört, hab ich das jahrelang gar nicht in Betracht gezogen.

Ich spreche das jetzt an dieser Stelle an, weil du so vielleicht eher nachvollziehen kannst, warum er grad überfordert ist, sich noch mit Ordnung usw. auseinander zu setzen.

Und keine Sorge. Das heißt sicher nicht, dass er nun aufgibt. Nur jetzt im Moment fehlt ihm die Kraft.

_________________
lg
Beri

Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann. Richard v. Weizsäcker


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BeitragVerfasst: 11.09.2008, 16:17 
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Bei mir ist es leider auch oft so das ich mich bei sowas total verzetteln kann, sehr sogar! Das muß nicht nur bei Sorge sein, bei mir ist es eher Wut oder Frust die dann absoluten Stillstand auslösen können. Das mit dem ADS (ist es bei mir auch) denke ich ja auch immer mehr, aber Du hast ja gesagt das könnt Ihr ausschließen.

_________________
LG Xalina

Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.09.2008, 10:41 
Wegen ADS habe ich ihn auch nochmals angesprochen. Ich habe mittlerweile ein bisschen mehr darüber gelesen. Und ich habe ihm nahegelegt, bei seiner Therapiestunde auch dieses Thema anzusprechen. Weil ich jetzt nämlich DOCH der Meinung bin, dass es Zusammenhänge gibt. Da ging es ihm wie mir damals mit dem Messie-Syndrom. Er hatte nur die Vorstellung von überaktiven Kindern, die medikamentös "ruhig" gestellt, eingestellt werden.


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