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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Mal eine Frage
BeitragVerfasst: 18.06.2009, 20:46 
Hallo zusammen,
ich, Tochter, habe heute festgestellt, daß meine Mutter ein Messie ist.
So, wie ich erkennen konnte, hat sie ihr ganzes Haus regelrecht zugestellt.
Ohne irgendeine Form von Plan oder erkennbaren Plan.
Alles liegt durcheinander, übereinander und querbeet.
Wäsche, neue und getragene und alles Mögliche.

Meine Mutter ist seit 14 Tagen im Urlaub und kommt morgen nach Hause.
Ins Haus wollte ich nicht gehen, weil ich mir vorstellen konnte, daß
es ihr nicht recht wäre.
Sie wohnt alleine seit 6 Jahren in dem Haus (damals ist mein Vater gestorben).
Ich bekam auch keinen Schlüssel für das Haus. Keiner hat einen.
Ich habe sie schon mehrfach um einen gebeten, da sie gesundheitlich
einige Beschwerden hat (Schwindel, kippt gelegentlich um und so).
Sie geht aber nicht zum Doc. Daher habe ich Angst, daß keiner ihr helfen wird,
wenn ihr zu Hause etwas passiert.
Schon zu Lebzeiten meines Vaters ist uns ihr Messieverhalten aufgefallen.
Ich habe es vorsichtig angesprochen und ihr angeboten ihr zu helfen.
Nein- nicht beim Entmüllen und so- eher in Form von Therapeutensuche
und nur Hilfe, die sie annehmen will. Also nur Dinge entsorgen, die sie selber freigibt.
Aber davon wollte sie nichts hören und meint seit Monaten, daß sie den Eingang,
die Küche und so ordentlich gemacht hätte.
Ich habe es ihr geglaubt. Und da ich abgelenkt durch die Pflege meiner Schwiegermutter
und die damit im letzten Jahr eingetroffenen Turbulenzen abgelenkt war, ihre Hilfe
bei mir gerne annahm, auch nie nachgehakt.
Heute habe ich ihre Post wie die letzten Tage auch mit zu ir genommen, wie abgesprochen.
Da das Haus etwas abgelegen von der Strasse ist, habe ich ihr versprochen auch einmal rundherum
nachzusehen, ob alles in Ordnung ist. Hier gibt es ja öfter Einbrüche.
Das tat ich heute. Alle Rollläden waren unten. Somit alles o.k.
Von außen sah ich an der Haustüre eine schwarze, sich bewegende Wand.
Ich schloß die Haustür auf und mir kam ein riesiger Schwarm dicker Fliegen entgegen.
Ich habe mich tierisch erschrocken. Da ich eine Stunde vorher mit meiner Mutter
gesprochen habe und wusste, daß ich Flieger gerade erst gelandet war, wusste ich ja, daß
sie nicht im Haus ist. Das hat mich ein wenig beruhigt. Ich wollte die Tür öffnen,
in der Annahme, daß sie vielleicht etwas Verdorbenes in der Küche vergessen hat-
aber soweit kam ich gar nicht. Die Tür ließ sich nur halb öffnen und was ich sah, verschlug
mir die Sprache. Alles zugestellt und zugepackt. Da früher der Keller und einige Räume oben schon
so aussahen, dene ich, daß das gesamte 100qm Haus so aussieht. Keine Tür war zu sehen.
Da kann eigentlich, nach normalen Maßstäben, die hier sicher nicht anzulegen sind,
keiner wohnen und schlafen. Ich vermute, sie schläft in der Garage.

Nun meine Frage. Was soll ich jetzt machen?
Ich habe Angst, daß sie dort untergeht. Was ist, wenn ein Schwächeanfall sie nicht wieder
auf ihre Beine bringt?

Wie spreche ich es an oder soll ich es überhaupt ansprechen?
Ich komme damit irgendwie nicht klar.
Unordnung ja- aber das ist zu viel.
Was meint ihr? Bin über jeden Tip dankbar.
LG
Gudrun


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BeitragVerfasst: 18.06.2009, 20:53 
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Hallo hobbyfee,

Das ist wirklich eine schwirige Situation in der Du bist. Ich denke bisher hast Du auch alles richtig gemacht. Ist das Haus zugepackt oder zugemüllt? Ich denke das ist ein Unterschied wenn es um das zukünftige Verhalten geht.

_________________
LG Xalina

Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.06.2009, 21:05 
Ja, es scheint von oben bis unten zugestellt zu sein.
Die Haustüre geht nur halb auf und dahinter fangen die Berge an.
Bin total erschüttert. man denkt doch immer- das passiert nur bei anderen.
Oder bei Menschen, die schwerste Schiksale haben oder keine Familie,
wo man das Gefühl bekommt, nicht gebraucht zu werden.
Aber das Gefühl wollte ich ihr nicht geben.daher habe ich ihre Hilfe ja auch
angenommen.
Ich weiß nur gar nicht, wie das alles anfasse.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.06.2009, 21:07 
Und Müll muss dazwischen sein.
Wegen der vielen Fliegen.
Heizen tut sie bestimmt auch nicht. Seit über einem Jaht musste sie kein
Heizöl tanken. Das wird mir alles erst jetzt bewusst.
Hätte ich nur nicht so viele eigene Schwierigkeiten gehabt,
wäre es vielleicht nicht so schlimm gekommen.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.06.2009, 21:41 
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also ich schreib das selten, weil bei den meisten messis ist zwar viel chaos, aber diese schilderungen fand ich schon was erschreckend. ich denke, hier geht es um die gesundheit deiner mutter. fliegen in der menge sind ein anzeichen für wirklich MÜLLIGEN müll. nicht nur gestapelte zeitungen und die pfandflaschen von den letzten 5 jahren. in der garage, wenn sie da schläft, kann sie im sommer schlafen, im winter wirds problematisch.
für mich liest sich das nach einem fall fürs gesundheitsamt.

ich schreib mal, was ich machen würde. als anregung zu nehmen, nicht als hinweis, das du das machen sollst :-D
ich würde mir deine mutter schnappen, auf einen sehr langen spaziergang und dann alles ansprechen. (vielleicht irgendwo, wo es landschaftlich schön ist) dann deine beobachtung schildern, incl fliegen und dass du aus sorge die tür aufgemacht hast, es hätte ja auch jemand totes drin liegen können.
dass das kein zustand mehr ist, und wenn du nichts machst, du dich wegen unterlassener hilfeleistung schuldig machst.
dass du auf jeden fall was unternimmst, aber es dir lieber wäre, wenn sie mit dir zusammen was unternehmen würde.
angefangen von gesundheitsamt und entmüllung und therapie bis hin zur eventuellen weiteren betreuung.
und sie kann nur gewinnen, wenn sie von sich aus sagt, dass sie es nicht mehr packt und hilfe braucht.
und dass du NIE deshalb auf sie runterguckst deshalb.

aber, ich sehe das wirklich als einen fall, wo jemand hilfe braucht, auch wenn sie es nicht will. was man aus der schriftlichen schilderung halt entnehmen kann.

ansonsten finde ich es gut, dass du ihre privatshäre respektiert hast.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.06.2009, 21:50 
Das leuchtet mir ja auch alles ein.
Kurz nach dem Tod meines Vaters hat mein Bruder den Vorschlag gemacht,
meine Mutter zu entmündigen. Aber cih habe ihm klargemacht, daß sie den Verlust
erst einmal auf ihre Art und Weise verarbeiten muss. 42 Jahre sind ja auch kein Pappenstiel.
Das ist lange gemeinsame Lebenszeit. Da fällt ein Abschied doppelt schwer.
Meine Angst besteht darin, daß sie sich auch mir gegenüber abwendet, wenn ich es
anspreche. Dann ist da niemand mehr. Und sie ist verdammt stur, wenn nicht
alles nach ihrer Nase geht. Ich durfte damals nie im Haushalt etwas machen.
Aber da hätte sich auch jedes Staubkorn des Daseins geschämt.

Gibt es Organisationen, die unverfänglich und behutsam helfen?
Ich denke mal, die Betroffenen hier kennen sich damit aus?


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.06.2009, 21:54 
Hallo Hobbyfee
kann es sein, dass deine Mutter durch den Tod deines Vaters erst richtig ins Messie-Verhalten hinein geruscht ist? Vielleicht ist sie sehr unglücklich. Meine Mutter hat nach der Trennung von unserem Vater auch dieses Verhalten gezeigt und nie wieder in den Griff bekommen. Es ist schon wichtig, dass man sich darum kümmert, besonders, wenn Fliegen und dergleichen im Haus sind.

eiskristall hat einige gute Vorschläge geschrieben. Ich denke, deine Mutter braucht dringend deine Hilfe.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.06.2009, 22:04 
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hmm, das was wir als tipps uns weiterreichen, ist eher für die, wo es zwar chaotisch, aber noch nicht ganz so krass ist. psychosoziale beratungsstelle, therapie usw.

auf der anderen seite kommen hier manchmal leute auf die seite, bei denen es so extrem war, wo dann auch die reaktion von außen kam. rausschmiss aus der wohnung, zwangsräumung usw.
da weiß ich allerdings keine anlaufstellen.

vielleicht schreibt hier noch jemand, der da mehr weiß.

(mir fällt grad die telefonseelsorge ein. die haben oft adressen von anlaufstellen und die haben den vorteil, sie sind anonym und du könntest da heute abend noch anrufen)


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BeitragVerfasst: 19.06.2009, 01:30 
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Ich komme egrade von der Arbeit und wollte eigentlich recht schnell schlafen. Aber ich las das hier gerade und möcht unbedingt sagen, wie toll ich es finde, wie Du Dich verhalten hast!

Du hast alles richtig gemacht und wenn es auch Deine Mutter ist: Du hast Dein eigenes Paket zu tragen, also mache Dir AUF GAR KEINEN FALL EINEN VORWURF, weil es so weit gekommen ist. Messies haben außerdem eine Gabe, diese Situation zu verheimlichen.

Andersherum nimm es ihr bitte nicht krumm, dass sie Dich belogen hat. Es war sicherlich aus Verzweiflung und sie wollte Dir außerdem sicherlich nicht noch mehr aufbürden.

Es ist nun so, wie es ist, also sieh nicht nach hinten, sondern nach vorn! Eiskristall hat genau das geschrieben, was ich zwar nur als Laie, aber aus Intuition auch für richtig halten würde. Ich finde es wichtig, dass Du entschlossen, aber sehr gefühlvoll auftrittst. Aber Du solltest Dir sicher sein, dass Du etwas unternimmst und ihr Deine Entschlossenheit auch in einer sicheren Stimme vorbringen. Dann wird sie sicher nicht so schnell querschießen und dicht machen, als wenn sie noch eine Lücke in Deiner Sicherheit entdeckt.

Ganz wichtig finde ich Eiskristalls Satz, ihr klarzumachen, dass Du deshalb nie anders auf sie schauen wirst. Dass es nichts an Eurem Verhältnis ändern wird. Ich bin sehr empfindlich, wie man mit mir spricht. Ich kann nur sagen, wenn jemand mir sagen möchte, ich solle Hilfe annehmen, wäre es gut, wenn vorher der Satz käme: Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke, sich dem zu stellen und Hilfe zu suchen (o.ä.).

Auch wäre es vielleicht ermutigend, wenn Du sagst, ihr seiet eine Familie und das heiße auch, in den richtigen Momenten für den anderen einzuschreiten und da zu sein und die Augen nicht zu verschließen, auch wenn sie es vielleicht gerade gerne so hätte. Erinnere sie vielleicht an etwas passendes, was sie Dir beigebracht hat, wenn Dir dazu etwas einfällt.

Lass Dich möglichst nicht auf Diskussionen ein und bleib einfühlsam, ruhig und entschlossen.

Einschreiten musst Du m.E. auch definitiv. Ich habe bei sowas ja irgendwie immer poisitive Gedanken: Oft muss es erst richtig schlimm werden, damit man auch richtig gut wieder raus kommt. Stell sie Dir jetzt vor, wie es in ihr drin aussehen muss. Dann stell sie Dir vor, wie befreiend es sein muss, wenn sie irgendwann wieder das Gefühl von Oberhand in ihrem Leben bekommt. Jedes Ende (z.B. vom Extrem- Messie- Dasein) birgt ja auch den Beginn von etwas neuem!

Ich wünsche Dir viel Kraft und verliere die Hoffnung bitte nicht. Ich lese aus Deinen Zeilen, dass Du auch ganz schön hart zu tun hast, vergiss Dich darüber bitte nicht!

Alles Liebe,

Tatjana

_________________
Manchmal würde ich gerne meine Wohnung googlen, wenn ich was suche!

Alles Liebe für Dich,
Tatjana


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 19.06.2009, 10:17 
Hallo, erst einmal vielen Dank für Eure kompetenten und lieben Antworten.
Ich werde das Gespräch nicht auf die lange Bank schieben und sie heute abend,
wenn sie zurück ist, woanders mitgenommen, dann direkt darauf ansprechen.
Aber mit einfühlsamen Worten. Das sich etwas ändern muss- und das schnell,
ist mir ganz klar geworden.
Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen und habe nur gegrübelt. Dabei sind mir
meine eigenen Wesenszüge aufgefallen und ich merke, daß ich in die gleiche
Struktur verfalle. Habe gerade eben eine Stunde lang viele Dinge, die unnötig sind,
zum Mülle gebracht. Das Bild, was sich mir eingeprägt hat, hat mir gezeigt, daß
auch ich in einer bestimmten Form schon ein Messie bin.
Eure Tips zum Aufräumen- insbesondere die Tagesplanungen sind enorm hilfreich dabei.
So mancher Tag vergeht mit Untätigkeit oder unproduktiven Wegen.
Auch das will ich bei mir besser organisieren.
Das ist mir bislang gar nicht aufgefallen.
Auch, daß der Begriff Messie oftmal überbewertet wird. Viele haben in ihrem Chaos
eine gewisse Struktur, die nur nicht von "Otto Normal" erkennbar ist.
Dazu gehöre ich wohl auch. Aber ich werde daran arbeiten und bin schon ein wenig
erleichtert, daß ich heute so viel geschafft habe.
Den Wochen- und Tagesplan habe ich mir überarbeitet und in der Küche aufgehängt.
Ich hoffe, daß meine Mutter dies auch erkennt und merkt, daß es helfen kann, das
Chaos zu bereinigen.
Werde mich wieder hier melden. Nun heißt es erst einmal warten auf ihre Rückkehr.
LG
Gudrun


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