Messie-Selbsthilfe-Forum

Messies treffen sich zum Austausch und zur Motivation
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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: mal wieder was von mir.....
BeitragVerfasst: 23.09.2008, 15:30 
Hallo miteinander,

jetzt war ich ein paar Tage nicht mehr hier und schon hat sich einiges getan. ER hat sich vorgestellt.

Ich freue mich unheimlich, dass er es geschafft hat!

Wir haben letzte Woche jeden Tag miteinander telefoniert. Manchmal sogar mehrmals am Tag.

Am Freitag bin ich nachts mit ihm zusammen LKW gefahren. Wir haben sehr viel geredet, aber es ist auch sehr viel offen geblieben. Soll heissen, gute und lange Diskussionen, jedoch teilweise ohne Ergebnis. Wir haben uns dann früh zusammen in der egen Schlafkabine hingelegt und diese Stunden beide sehr genossen.

Es war früher Nachmittag, als wir wieder zurück waren. Ich bin dann heimgefahren und er wollte nachmittags zur Selbsthilfegruppe. Am Abend haben wir dann miteinander telefoniert. Irgendwie hatte ich das Gefühl, als sei er etwas enttäuscht. Es war villeicht auch ein bisschen unglücklich, dass sie nur zu dritt waren. Aber egal, er hat einen Anfang gemacht.

Am Sonntag haben wir dann wieder telefoniert. Nur hat er etwas getan, was mich sehr, sehr verletzt hat. Und jetzt erst weiss ich, dass er das schon VOR unserem Gespräch am Sonntag getan hat. Er hat meinen Kindern eine SMS geschickt, dass sie mit mir zu einer Veranstaltung gehen sollen, zu der ich ursprünglich mit meinem Freund gehen wollte. Ich wollte aber auf keinen Fall alleine dahin. Mein Kinder waren ziemlich verwirrt, weil sie wussten, dass ich alleine oder mit ihnen niemals dorthin gehen wollte. Ich habe ihm im Gespräch noch mehrmals klar und deutlich gesagt, dass ich nicht zu dieser Veranstaltung gehen werde.
Warum kümmert er sich um sowas? Ich habe ihm Freitag Nacht ganz klar gesagt, dass ich nur mit ihm dahin gehen wollte. Aber keinesfalls alleine oder mit den Kindern. Warum kann er das nicht akzeptieren? Warum meint er, mir etwas Gutes zu tun, wenn er meine Kinder drum bittet?
Das habe ich ihm jedenfalls klar und deutlich in einer SMS am Nachmittag geschrieben (es waren insgesamt 6 SMS am Stück), weil er nicht ans Telefon gegangen ist.
Er ist weder am Nachmittag, noch am Abend ans Telefon gegangen. Am Montag auch nicht. Ich habe ihm mehrere SMS geschrieben, dass ich mich beim Spazierengehen abreagiert hätte und wir REDEN müssten, über diesen Vorfall.

Gestern abend kam dann eine SMS von ihm, dass er extrem mies und schlecht drauf sei. Er habe dieses und jenes erledigen wollen- nicht geschafft. Er wollte seinen kleinen Sohn anrufen- nicht geschafft. Er wollte aufräumen- nicht geschafft. Er wollte sein Auto reparieren- nicht geschafft. Ich könne ihm leider auch nicht helfen, schrieb er. Und dass er sich in kleinen Schritten selbst helfen müsse und er ginge im Moment drei Schritte vor und zwei Schritte zurück und dass er bald in einer geschlossenen Anstalt landen würde.

Ich habe Angst! Und das habe ich ihm auch mitgeteilt. Er ging nicht als Telefon. Er hat auf keine meiner SMS reagiert. Ich glaube mittlerweile nicht mehr, dass es nur das Messie-Verhalten ist. Ich glaube, er ist in eine tiefe Depression gerutscht und findet keinen Ausweg. Wie kann ich ihm helfen? Ich habe ihm auch in einer SMS geschrieben, dass ich mich bald mit seiner Hausärztin in Verbindung setzen werde, weil ich Angst um ihn habe. Allerdings weiss ich nicht so genau, was ich mir davon verspreche, weil es ja von IHM ausgehen muss, damit er sich helfen lassen kann.

Vorhin habe ich ihn im Büro angerufen. Wir haben kurz gesprochen, soweit es wegen seiner Kolleginnen möglich war. Er hat mir versprochen, dass er mich heute abend anrufen wird.

Ich habe ihm auch einige der Bücher gegeben, die ich gekauft habe. Er hat mittlerweile viel gelesen. Und deshalb konnte er nichts aufräumen. Ist mir schon klar. Aber warum kann er nicht dazu stehen, dass ihm die Bücher jetzt eben wichtiger waren? Und es geht eben nunmal nicht, lesen und aufräumen und Auto reparieren und telefonieren gleichzeitig auf die Reihe zu kriegen.
Und am Samstag habe ich sehr lange mit seiner Schwester gesprochen und auch mit meiner Mutter. Und habe leider feststellen müssen, dass ICH zwar ein bisschen von der ganzen Situation verstehe, sein Verhalten ein bisschen verstehe, aber andere Menschen sich sehr, sehr schwer damit tun.

Das wollte ich mir jetzt nur mal wieder von der Seele schreiben


lg, Helena


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.09.2008, 16:09 
Es ist übrigens genau DAS eingetreten, was mich zwar auf der einen Seite unheimlich freut, was ich aber auf der anderen Seite befürchtet habe.

Mein Freund hat sich überwunden, hier zu schreiben. Er hat sich auch auf anderen Seiten informiert. Er liest in den Büchern, die ich ihm gekauft habe. Er wird aktiv!

Und jetzt kommt das große Aber: die Zeit, die er zum Lesen und Schreiben hier und zum Lesen auf anderen Seiten braucht, die fehlt ihm dann für seine täglichen Schritte, die er sich vorgenommen hat.

Aber warum sieht er das nicht auch als Fortschritt? Dass er sich überwinden konnte, tätig werden konnte, ist doch schon ein riesiger Schritt in die richtige Richtung. Gut, seine Stapel liegen immer noch und alles andere, was er erledigen wollte, vermutlich auch, aber dafür sucht er doch nach Wegen, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen.

Warum kann er das nicht akzeptieren? Warum glaubt er, er müsse so ein Übermensch sein, der alles schaffen kann? Das ist nicht machbar und unmöglich.

Und es ist ja auch nicht unbedingt so, dass Nicht-Messies alles auf die Reihe kriegen, was sie sich vornehmen. Nein, das ist wirklich nicht so. Da brauche ich nur in den Spiegel zu gucken :((( und egal, dass ich noch krank bin, ein paar Dinge könnte ich locker hier zu Hause erledigen. Ohne große Anstrengung. Aber ich kann nicht. Ich habe keine Lust. Ich sage mir, dass ich das ja morgen auch noch erledigen kann. Und dann ist morgen und ich habe schon wieder keinerlei Ambitionen dazu und sage mir: morgen ist auch noch ein Tag........

Ich komme auch nicht an ran in dieser Hinsicht. Es ist, als wenn er eine Glaskuppel um sich herum aufgebaut hat. Kein Laut dringt durch. Und die Menschen, die ihn lieben, die rennen um diese Glaskuppel herum und versuchen, hinein zu kommen. Ihm auf alle möglichen Arten zu helfen. Aber es gibt nur eine Tür von innen nach aussen. Er zieht sich in seine Welt zurück und lässt niemanden zu sich hinein.

Es ist so richtig frustrierend und beängstigend, wenn ich die besten Argumente bringe, sie logisch und auch vom Gefühl her begründe. Er sagt, ja, ich hätte recht, aber er könne nicht anders. Er müsse sich so verhalten. Und er sagt das alles in einem monotonem Tonfall, ohne Emotionen. Nur manchmal, da kommen Emotionen hoch. Da wird er dann laut. Irgendetwas habe ich dann gesagt, was ihn aus seiner Lethargie herausreisst. Er möchte weinen und kann nicht. Er hat nie gelernt, seine Gefühle zu benennen, sie auszuleben. Er meint, er müsse immer alles unter Kontrolle haben. Nur manchmal, wenn wir zusammen sind und er in MEINER Glaskuppel ist, dann funktioniert es, dass er für eine kurze Zeit alles andere vergisst. Und da er Angst vor dem DANACH hat, lässt er es erst gar icht mehr zu, zu mir kommen zu wollen.

Ist das zu kompliziert ausgedrückt? Oder kennt ihr dieses Gefühl?


liebe Grüße, Helena


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BeitragVerfasst: 23.09.2008, 17:18 
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Beiträge: 3101
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Hallo Helena,

nein, zu kompliziert nicht. Aber eben deine Sicht. Ich kann ja verstehen, dass du dir weiterhin Sorgen machst. Aber lass ihn doch mal selber machen :wink: . Wann jemand wieviel Zeit zum Denken braucht, da steckt man echt nicht drin. Und manchmal gelingt es gerade in den Zeiten, in denen mal scheinbar nichts tut, einen entscheidenden Hebel umzulegen.

Das ist jetzt nicht gegen dich, sondern einfach von mir aus geschrieben:
Ehrlich gesagt kenne ich eher das Gefühl auf der Innenseite der Glaskuppel. Wenn ich planlos, durcheinander, depressiv oder was auch immer bin, möchte ich am liebsten allen sagen: "Lasst mich in Ruhe, lasst mir meine Zeit, wofür auch immer ich sie verwende, auch wenn ich tagelang scheinbar gar nichts tue." Gerade den Menschen, denen ich wichtig bin. :-? . Wenn ich mich sozusagen beobachtet fühle von Leuten, die genau meine heiklen Punkte besser hinkriegen, lähmt mich das.
Komisch, mir ist schon klar, dass du mich weder kennst noch meinst, aber ich fühle mich gerade selber angesprochen :mrgreen: ...

Häng dich mal eine Weile nicht zu sehr rein, kümmere dich um deine Kinder und um Dinge, die du vielleicht schon immer mal machen wolltest. Und sei nicht traurig, wenn deine gut durchdachten Ratschläge scheinbar nicht angenommen werden. Du hast wahrscheinlich schon eine Menge bewegt, ohne dass du davon weißt.

Gute Besserung weiterhin!

_________________
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.09.2008, 19:49 
Hallo Mercury,

vermutlich habe ich mich mal wieder falsch ausgedrückt. Es waren mehr meine Ängste und meine Gefühle. Und vor allem habe ich ein paar Wochen sozusagen zeitgerafft. Nicht alles, was ich geschrieben habe, ist in den letzten paar Tagen passiert.

Seit zwei Wochen oder noch länger spreche ich ihn nicht mehr auf seine Messiewohnung an, wenn wir telefonieren. Ich gebe keinerlei Tipps mehr und ich frage nicht mehr nach, wie weit er schon gekommen ist. Das würde ihm ja nur wieder weh tun, wenn ich ihn auch noch mit der Nase drauf stupse. Deshalb dränge ich ihn auch nicht mehr. Er weiss selbst, was er zu tun hat und wenn er es nicht schafft, muss er sich damit auseinander setzen, warum er es nicht geschafft hat. Aber ich finde es trotzdem gut, wenn er hier liest oder in den Büchern, auch wenn alles andere liegen bleibt.

Die einzigen Situationen, wo ich ihn ermuntert habe, war erstens die Selbsthilfegruppe, dass er da hingeht, zweitens das Forum hier, dass er mitliest oder sich auch mal äussert und drittens dass er doch, wenn ihm danach ist, mal in die Bücher schaut.

Nein, ich "beobachte" ihn nicht, weil ich ihn ja gar nicht mehr sehe. Außer den Stunden, die wir im LKW verbracht haben. Seine Wohnung habe ich seit vier Wochen nicht mehr betreten. Und da rede ich ihm auch überhaupt nicht mehr rein, seit ich bei euch "gelernt" habe, dass das eh nichts nutzt, weil ich keine Fremde für ihn bin. (Verkürzt ausgedrückt)

Und ich hänge mich auch nicht rein. Sonst würde ich bei ihm vor der Tür im Auto schlafen. Er ist depressiv und ich habe Angst, dass er noch mehr abrutscht. Ich kümmere mich um meine erwachsenen Kinder, wenn sie denn mal da sind. Und ich kümmere mich um meinen Haushalt, wenn ich nicht gerade nen Hustenanfall habe. Und die Dinge, die ich schon immer machen wollte? Die will ich nicht allein machen, sondern mit ihm. Und ich werde warten, bis er soweit ist.

Wenn wir telefonieren, dann reden wir über Alltägliches. Von der Arbeit, von hier. Über dieses und jenes. Nur nicht über seine Wohnung, sein Leben. Ja, über seine Ängste reden wir manchmal. Aber meistens über ganz andere Dinge. Vielleicht braucht er diese Gespräche, um abschalten zu können? Um zur Ruhe zu kommen? Ich weiss es nicht. Ich weiss nur, dass uns beiden diese Gespräche gut tun.

liebe Grüße, Helena


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BeitragVerfasst: 23.09.2008, 19:50 
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Liebe Helena,

vorweg möchte ich betonen, dass ich dich nicht angreifen oder verletzen will, auch wenn mein Text sich jetzt vielleicht ein wenig so für dich liest. Ich möchte dir lediglich Denkanstöße geben, die du umsetzen kannst oder auch nicht, o.k.?

Mir geht es ähnlich wie Mercury. Auch ich fühle mich mitunter direkt angesprochen von deinen Postings.

Und ich muß gestehen, dass ich einen Partner nicht ertragen könnte, der sich derart viel um mich kümmert. Ich hätte das Gefühl, dass mir durch diesen ständigen Druck keine Luft zum Atmen mehr bleibt. Ganz sicher hätte ich auch sehr schnell eine "Glasglocke", unter die ich mich flüchten würde. Was mich besonders nachdenklich gestimmt hat, war aber das, was du über die SMS von deinem Freund an deine Kinder geschrieben hast. Das hast du anscheinend selbst als extrem übergriffig empfunden. Jedenfalls hab ich beim Lesen den Eindruck. Und ja, das war übergriffig. Aber andererseits machst du es doch ganz ähnlich? Ob nun per SMS oder wie auch immer. Deine Postings lesen sich mitunter so, als würdest du das Leben deines Partners leben. Das geht aber nicht. Es ist sein Leben, nicht deines. Und das gilt umgekehrt natürlich genauso. Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen - auch wenn man es noch so gut mit ihm meint. Und ich hab bei dir den Eindruck, dass du genau das versuchst.

Nochmal:
Ich will dich nicht angreifen. Ich schreibe dir hier als eine Außenstehende, die euch beide nicht persönlich kennt. Die aber zumindest die Probleme deines Partners aufgrund eigener Erfahrungen sehr gut nachempfinden kann.

_________________
lg
Beri

Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann. Richard v. Weizsäcker


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BeitragVerfasst: 23.09.2008, 20:12 
Hallo Beri,

nein, ich fühle mich nicht angegriffen, auch wenn mir deine/eure Worte schon ein bisschen unter die Haut gehen.

Ich würde eure Aussagen auch sofort akzeptieren, wenn er und ich zusammen wohnen würden oder uns jeden Tag sehen würden. Aber das ist nicht der Fall.

Und dass ich mich wegen der SMS an meine Kinder so aufgeregt habe, ist deshalb, weil ich finde, dass er sich um SEINE Probleme kümmern soll und nicht um etwas, was ich im Vorfeld schon mehrmals klar gestellt und abgelehnt hatte.

Auf der einen Seite "beendet" er die Beziehung zu mir, weil er es nicht ertragen kann, dauernd bei mir zu sein, glücklich zu sein. Weil er zuviel Verantwortung bei uns hier übernommen hat, wozu ihn aber niemand gezwungen hat. Er beendet die Beziehung, um Zeit für sich und seine Probleme zu haben und nicht immer von mir und meiner Familie positiv abgelenkt zu werden.
Und dann kümmert er sich um mich und meint es nur gut, wenn er mir etwas aufzwingen will, was ich klipp und klar ablehne. Und zieht auch noch meine Kinder mit hinein, die überhaupt nicht wussten, was los ist. Und zu guter Letzt weigert er sich anschliessend zwei Tage lang, auch nur 5 Minuten mit mir zu sprechen um das alles klar zu stellen.

ER lässt sich aber definitiv NIEMALS etwas aufzwingen. Da schaltet er ab. Deshalb lasse ich es schon seit Monaten. Ich gebe zu, dass ich es versucht habe, damals, als wir auf das Wort Messie gestossen sind. Und bevor wir mit dem Wort Messie etwas anfangen konnten, habe ich es immer Sturheit genannt, wenn er seinen Kopf durchgesetzt hat. Wenn er nicht freiwillig etwas tun will, dann tut er das auch nicht. Er muss es selbst wollen.

Er lebt sein Leben ganz allein und selbst. Ich lebe nicht sein Leben, wie käme ich auch dazu. Aber ich war der Meinung, es würde besser sein, wenn ich hier alles so darstelle, wie ich es getan habe, damit man seine/unsere Situation besser verstehen kann. Aber das wurde wohl falsch verstanden.

Liebe Grüße, Helena


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BeitragVerfasst: 23.09.2008, 20:27 
Noch etwas:

ich finde es total gut, dass IHR mir schreibt. Ihr, die Betroffenen. Das hilft mir wirklich, alles besser zu verstehen.

Nur ist es definitiv sehr schwierig für mich, mich in die Lage meines Freundes, in Eure Lage zu versetzen. Trotz meiner eigenen "Anwandlungen", dieses und jenes nicht auf die Reihe zu kriegen, bin ich glaube ich, kein Messie. Hab ich ja schonmal beschrieben.

Aber ich finde es sehr, sehr traurig, dass sich überhaupt keine Angehörigen melden. Gibt es keine betroffenen Angehörigen? Haben die alle keine Probleme mit "ihren" Messies und den dazugehörigen Situationen? Oder bekommen diese vielen Angehörigen das alles supergut auf die Reihe? Was mache ich dann falsch? Oder haben Messies keine Angehörige?

Sorry, dass ich das jetzt ein bisschen aggressiv rüberbringe, aber mir ist gerade danach. Vor allem, weil es auch in den anderen Foren, die ich mir angesehen habe, ähnlich ist. Entweder die Foren "ruhen" seit Monaten oder Jahren, oder es schreiben nur Betroffene. Was nutzt mir ein Forum, das seit 2005 oder 2006 sozusagen eingeschlafen ist?

Deshalb bin ich ja auch hier bei Euch, gerade weil dieses Forum LEBT. Nur die Angehörigen, die scheinen sich nicht wirklich zu Wort zu melden. Ich möchte Messies verstehen lernen, auch wenn ich das vermutlich niemals zu 100% auf die Reihe kriegen werde. Aber ich möchte auch verstanden werden. Und wer könnte eine betroffene Angehörige besser verstehen, als andere betroffene Angehörige?

Also, Entschuldigung nochmal für diesen letzten Beitrag, aber ich musste das jetzt noch rauslassen, sonst wäre ich geplatzt

Liebe Grüße, Helena


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BeitragVerfasst: 23.09.2008, 20:31 
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Nein Helena, ich glaub nicht, dass du falsch verstanden wurdest. Ich denke, du hast - bitte nicht falsch verstehen, aber mir fällt kein passenderer Eindruck ein - so eine Art Helfersyndrom. Du meinst es ja nur gut. Das sehen sicher auch die anderen hier. Nur ist eben gut gemeint noch nicht gleich bedeutend mit einem guten Ergebnis.

Ich stecke nicht drin in eurer Problematik, deshalb beruhen natürlich sämtliche Ratschläge und Tipps schlußendlich nur auf Vermutungen und Interpretationen. Versuch doch mal für eine Weile die Initiative gänzlich deinem Freund zu überlassen. Aber nicht nur ein paar Tage. ;) Ich weiß, dass es für Leute, die eher "Macher" sind, irrsinnig schwer ist, zu warten bis jemand anderes aktiv wird. Aber ich denke, dein Freund braucht jetzt diese Zeit.

Du schreibst ja, dass du ihn mittlerweile nicht mehr drängst bezüglich Haushalt, Messie usw. Aber andererseits schreibst du hier darüber und weißt ja, dass er das auch liest. Somit ist zumindest unterschwellig doch wieder Druck vorhanden. Auch wenn es vielleicht gar nicht beabsichtigt ist.

Klar kümmerst du dich um dich selbst, deine Kinder, deinen Haushalt usw. Aber deine Gedanken kreisen doch ständig um eure Beziehung, stimmt's? Versuch mal, da mehr los zu lassen. Das ist nicht einfach. Aber das Ziel ist es wert - ganz bestimmt!

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BeitragVerfasst: 23.09.2008, 20:41 
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Anscheinend schreiben wir meist gleichzeitig Helena :D

Kein Grund, dich zu entschuldigen. Du bist enttäuscht und das darfst du doch ruhig hier schreiben. Es ist meist so, dass die Angehörigen sich nicht allzu lange an Diskussionen beteiligen. Ich hab es hier bisher meist so erlebt, dass jemand sich ratsuchend hier meldet - also ähnlich wie du auch.

Dann wird mehr oder weniger hin und her geschrieben, das Thema im speziellen erörtert. Und meist verschwinden die Angehörigen danach dann wieder. Sei es, weil sie aufgegeben haben, sei es, weil sie einen Lösungsweg gefunden haben wie z.B. Elmar, der auch Rat suchte. Oder aber der betroffene Messie wird selbst hier aktiv.

Wir sind ja zuallererst so etwas wie eine virtuelle Selbsthilfegruppe. Insofern wirst du hier vermutlich wenig bis keine Reaktionen von Angehörigen bekommen. Aber dafür darfst du uns Betroffene mit deinen Fragen löchern, so oft und so lange du willst. 8)

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BeitragVerfasst: 23.09.2008, 21:12 
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beri hat geschrieben:
Aber dafür darfst du uns Betroffene mit deinen Fragen löchern, so oft und so lange du willst. 8)


*unterschreib* :wink:
Ich finde es auch schön, weiter von dir zu hören :) .

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