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 Betreff des Beitrags: Mama... und was ist mit mir!?
BeitragVerfasst: 22.06.2009, 17:03 
Hallo,
ich kann langsam nicht mehr. Jeden Tag mindestens 1 Stunde aufräumen, putzen etc. - und das neben Schule/Praktikum, Fahrschule und Pferden. Ich bin am Ende meiner Kräfte.

Einmal eine kurze Schilderung: seit meine Mutter ihren letzten (mittlerweile Ex)Freund hatte ist alles eskaliert. Sie war schon immer etwas unordentlich aber noch im normalen Bereich, es stand hier und da was rum. Ja, nicht schlimm. Aber dann als ich 9 war kam dieser komische Freund. Mit ihm und mir gab es nur Probleme, bis dahin, dass ich nicht mehr aus meinem Zimmer kam wenn er da war (er war arbeitslos, hat gesoffen und den ganzen Tag im Wohnzimmer auf dem Sofa gelegen und ferngesehen) bis meine Mutter nach Hause kam, weil er mich nur runtergemacht hat. So, das hat bei mir schonmal nen Knacks gegeben, denn als Kind das bis dahin nie etwas Schlechtes erlebt hat weiß man sich dagegen nicht zu wehren. Dann als ich etwa 11 war, war es schon so weit, dass die Wohnung so zugemüllt und dreckig war, dass ich seitdem niemals mehr Freunde mitgebracht hab geschweigedenn meinen Geburtstag gefeiert hab. Seit ich 17 bin ist der Typ zwar endlich weg aber meine Mutter räumt trotzdem nicht auf. Sie flüchtet sich in diverse Ausreden. Alle Gesprächsversuche werden erstickt, zur Not indem sie mir mein Trommelfell wegbrüllt. Einmal habe ich sie tatsächlich dazu bekommen aufzuräuen, das war vor dem 30.1. wo ich laaange angekündigt eine kleine Party geschmissen hab... seither, seit dem 30.1. halte ich alleine Ordnung in der Wohnung (Bad, Küche, Flur, mein Zimmer, Treppenhaus; Wohn- und Esszimmer sowie ihr Zimmer [da hab ich ja eh nix drin zu suchen] sind so eingemüllt, das geht nicht... war auch zu dieser Party da so unordentlich, einfach nur Tür zu...) nunja. Ich komme ohnehin abends schon total geschafft vom Tag (entweder Schule oder Praktikum, Fahrschule und Pferde versorgen, wohlgemerkt ihres noch mit...) nach Hause und muss mich dann noch immer 1-2 Std täglich(!) hinstellen um aufzuräumen und zu schrubben, weil sie am späten Abend bzw morgens wenn ich schon aus dem Haus bin und auch während ich noch da bin wieder anfängt alles einzumüllen und einzudrecken. Könnt ihr euch vorstellen, wie fertig ich bin? Jetzt bin ich 18... könnte ja theoretisch ausziehen, praktisch aber nicht... mache gerade mein Fachabi, gehe also noch zur Schule. Zeit für einen Nebenjob habe ich nicht (woher auch?) und ein Einkommen dementsprechend gar nicht. Meine Mutter verdient auch nicht wirklich viel, daher könnte sie auch keinen Unterhalt zahlen.

Nur bin ich so verdammt verzweifelt. Und darüber hinaus scheine ich jetzt auch schon psychisch krank zu werden, nämlich das genaue Gegenteil von ihr zu werden: Ordnungswut (gibts dafür auch nen Begriff?)Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich hab versucht mit ihr zu sprechen, ich hab argumentiert, hab sie gefragt warum, habe ihr meine Hilfe angeboten, habe ihr meine Wünsche geäußert, habe sie auch schon angeschrien das sie krank sei. Irgendwann fragte sie mich mal ob ich keinen Respekt vor ihr habe, ich solle mal meine Wortwahl überdenken. Da frage ich mich: Woher soll ich noch Respekt nehmen? Als Mutter ist sie für mich gestorben. Ich habe eine unglaubliche Wut in mir ihr gegenüber, ich will eigentlich nicht sagen Hass aber doch, es ist so. Und das ist mir durchaus unangenehm, eben weil sie meine Mutter ist. Aber es lässt sich eben auch nicht leugnen. Nach allem was sie zugelassen hat ist der Schmerz einfach zu groß als das ich noch verzeihen könnte.

Was gibt es denn für mich für Mölglichkeiten? Was soll ich tun? Ich muss ja zwangsweise den Haushalt aufrecht erhalten, wenn ich nicht in ihrem Dreck ersticken möchte! Ich hab schon oft gelesen man soll nicht im Haushalt helfen usw. aber was bleibt mir anderes übrig, wenn ich einigermaßen ordentlich wohnen möchte und auch ab und an wen mit nach Hause bringen möchte? Ausziehen geht ja leider nicht weil ich kein Einkommen habe... Ich bin verzweifelt!! Ich weiß nicht mehr weiter. Vorallem sieht sie es nicht ein, redet alles nur schön und sagt "ja hast recht, ist nen guter Vorschlag" "Ja stimmt eigentlich" usw. usw. aber sie macht es nicht. Wenn man sie dann mal daran erinnert weicht sie aus und wenn man sozusagen am Ball bleibt schreit sie mich an. Sie sieht auch nicht, dass ihr Verhalten krankhaft ist. Ich bin einfach nurnoch fertig mit der Welt. :( Wisst ihr Rat?

Grüße
Sakie


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BeitragVerfasst: 22.06.2009, 17:28 
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also du tust schon so viel, und das neben der Schule, wo andere schon wegen dem Lernpensum stöhnen. ist doch normal, dass du gestresst bist. ist das mit dem fehlenden Unterhalt ein Ausschlusskriterium für das Wohnen außerhalb? was ist mit Jugendhilfe-Einrichtungen für junge Erwachsene? da könntest du dich bei einer Beratungsstelle wie der AWO Familienberatung, Caritas etc. erkundigen, was dir da zusteht.

und bei einer Selbsthilfegruppe für Messie-Angehörige bist du auch nicht verkehrt.

hier noch Infos von einer sehr ausführlichen Seite:

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BeitragVerfasst: 22.06.2009, 18:00 
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hi sakie :-D

also ich denke, es ist auch besser, wenn du da raus kommst. du bist nicht die mutter deiner mutter! und es geht ja auch nicht um eine kurzfristige geschichte, wo man sagt, paar wochen, und dann ist es vorbei.
du kannst deine mutter nicht therapieren, die muß sich selbst hilfe suchen.

so, zu dir :-D
rabia hat ja schon ein paar links gegeben. ich würde trotz volljährigkeit es mal auf dem jugendamt versuchen, denn zwischen 18 und 21 gilst du zumindest rechtlich als heranwachsende oder sowas.
psychosoziale beratungsstelle wäre auch eine idee. (gibts in größeren städten, nachgoogeln)
ich hab mal von einem mädel gehört, die daheim psychisch und physisch misshandelt wurde und über ein frauenhaus rauskam.

das, was du mitgemacht hast, auch damals mit dem saufenden "freund" kann man schon als misshandlung bzw vernachlässigung bezeichnen, das sind nicht immer gebrochene knochen.

um aus diesem haushalt rauszukommen, wirst du erst mal wieder energie aufwenden müssen, aber dann hast du wenigstens die hoffnung, dass es besser wird, und dass du selbst was für dich tun kannst.


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BeitragVerfasst: 22.06.2009, 23:42 
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Liebe Sakie,

erst einmal herzlich willkommen.

Möchtest du dir selbst helfen oder deiner Mutter ???

Deiner Mutter kannst du nicht helfen, so wie du schreibst, lässt sie das nicht zu. Also hilf dir selbst und zieh aus. Auch wenn es deine Mutter ist. Sie ist alleine für ihr Leben verantwortlich und nicht du. Am allerwenigsten du.

Zur rechtlichen Seite: du bist in einer Ausbildung und unter 24. Bis zu deinem 24. Lebensjahr ist sie dafür verantwortlich. Nun kommt es darauf an, in was für einer Stadt du lebst. In großen Städten gibt es "sozialpsychiatrische Dienste". Es gibt auch noch Caritas und andere Einrichtungen die unter Garantie bereit sind dir zu helfen. Dort kann man anonym sein Herz ausschütten. Wenn du sachlich darlegen kannst, warum du es bei deiner Mutter nicht mehr aushalten kannst, werden die dir dabei helfen auszuziehen. Diese Darlegung hast du ja hier bereits geleistet (mein Lob dafür). Der nächste Gang ist zum Jugendamt und zur Kindergeldstelle. Dann kommt es darauf an, wie deine Eltern finanziell gestellt sind. Je nach Einkommen müssen sie für dich zahlen oder du bekommst Hartz 4 und die Miete für DEINE EIGENE Wohnung. Bei sozialen Einrichtungen wirst du professionelle Hilfe erhalten. Die bieten auch betreutes Wohnen an.
Das ist alles sehr viel Ämtergerenne - aber du tust es für dich und deine Zukunft. Hey, du bist süße 18. Warum solltest du nicht das Recht haben, dir ein eigenes freies Leben aufzubauen.

Für Fragen zu den Ämtern und Gängen stehe ich dir gerne zur Verfügung. Aber natürlich auch, wenn du dich dafür entscheidest bei deiner Mutter zu bleiben.

Herzlichst
c.

Ich habe das komplette Ämtergedöns mit der Tochter einer Freundin hinter mir.


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BeitragVerfasst: 23.06.2009, 08:00 
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Liebe Sakie,

ich bin beeindruckt, wie klar du deine Situation siehst und schildern kannst! Ich möchte mich den anderen anschließen und dir raten, dir auf alle Fälle Hilfe zu suchen (Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Jugendamt, ...).

Ich drück' dir jedenfalls beide Daumen, dass du schnell Hilfe findest und da raus kommst. :green_094: Und bis dahin kannst du uns jederzeit dein Herz ausschütten und vielleicht ein bisschen Dampf ablassen. :green_159:

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Liebe Grüße Veronika

»Mehr als auf alles andere, achte auf deine Gedanken, denn sie bestimmen dein Leben.« Salomon
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BeitragVerfasst: 23.06.2009, 08:03 
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Hallo Sakie!

Dein Bericht hat mich sehr angesprochen.

Manches ist wie bei mir damals, manches anders.

Also: Bei mir war die Situation auch die, dass meine Mutter den Haushalt nicht geschafft hat, die Wohnung zugemüllt und zugestellt hat. Und ich mich schämte und nie traute, Schulfreundinnen einzuladen, obwohl sie mich manchmal einluden. Diese verdammte Scham.

Ich weiß, ich schämte mich für meine Mutter und unsere Wohnung sehr. Das prägt mich bis heute. Diese Schamgefühle, wenn es nicht gut aussieht.

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BeitragVerfasst: 23.06.2009, 08:18 
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Text oben sollte weitergehen.

Habe viel Respekt vor dem was du alles schaffst. Das ist wahnsinn. Ich denke auch, dass es für dich zuviel ist. Das wäre es für jeden.

Möchte dich auch ermutigen, dir Hilfe zu suchen bei den oben genannten Stellen.

Gesundheitsamt - sozialpsychiatr. Dienst wäre wirklich ein Ansprechpartner, denke ich. Auch Caritas oder Diakonie (allgmeine Beratung)
Auch Ärzte (die könnten dir bescheinigen, dass du gesundheitlich unter deiner jetztigen Situation zu sehr leidest und deine Gesundheit gefährdet werden kann- seelisch und körperlich).
Das kann hilfreich sein für eine Wohnung über das Wohnungsamt.

Finanziell: Möglicherweise kannst du BAFÖG beantragen, solange du dein Fachabi machst.
Das gibt es nicht nur im Studium. Ich hatte ja etwas eine ähnliche Situation.
Ich machte das Abi nach und bekam währenddessen Bafög, (hatte dann eine Sozialwohnung). Weiß aber nicht, inwieweit diese Vorschriften jetzt auch noch gelten. Ist ja eine Zeitlang her. Wäre aber vielleicht auch eine Möglichkeit.

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BeitragVerfasst: 23.06.2009, 08:23 
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Sorry, kann gerade keine langen Beiträge am Stück schreiben, da "fliege ich raus".

Hast du jemanden, der dich bei den Ämtergängen begleiten kann?

Die können wirklich sehr nervig werden und ich denke, zu zweit ist manches leichter.
(Und sei es nur, um sich lange Wartezeiten dort zu verschönern und hinterher gleich vom Termin erzählen zu können). Erzählen kannst du natürlich auch hier.

Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir ganz viel Kraft!

Zum einen für den alltäglichen Kampf, aber v.a. auch, dass du einen Weg findest, eine eigene Wohnung zu beziehen! Wo du dann "nur" deinen eigenen Haushalt führst und deine Sachen sauber und in Ordnung hälst.

Alles Gute.

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