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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: "meine" Lebensweise
BeitragVerfasst: 30.10.2009, 22:49 
Von außen sieht alles ganz normal aus. Ein Mädchen, 20 Jahre alt, vllt etwas zu kindlich für ihr Alter, macht Quatsch mit einem ihrer Arbeitskollegen. Okay, dass sie einen technischen Beruf erlernt, ist ein bisschen außergewöhnlich, aber alleine ist sie nicht. Doch die wenigsten wissen, was sie erwartet, wenn sie nach Hause geht. Die Wohnung wird von den meisten gar nicht wahrgenommen, denn vor der Wohnung steht nur Gerümpel. Kommt man zu Haustür rein, fällt auf, dass sie nur einen Spalt aufgeht, gerade soviel, dass Katharina rein kommt. Denn dahinter ist die Gardarobe, die nicht mehr genutzt wird. Katharina hängt ihre Jacke an den Haken und stellt ihren Rucksack so, dass er am wenigsten stört. Auf der Treppe zieht sie die Schuhe aus. Der kurze Weg dahin ist gefährlich. Passt man nicht auf, hat man sich schnell im sich auflösenden Kokosboden verfangen. Er erste Weg ist meist in die Küche. Die Küchentür steht immer offen, weil sie nicht mehr zu geht. Von hinten wird sie durch Taschen gehalten, die nicht ausgeräumt sind. Von vorne von Kartons. Bei der Spühle sind die Amaturen undicht, beim Herd funktionieren nur 3 von 4 Platten. Auf dem Kühlschrank wächst der Schimmel zwischen reduzierten Jokurts, die nicht mehr in den Kühlschrank passen. Um an Besteck zu kommen muss man sich über Katzennäpfe zum Schrank lehnen. Nur die Besteckschublade geht noch auf, in den darunter ist nichts wichtiges. Dort stapeln sich die schon genannten Taschen. Um Wäsche aus oder in die Waschmaschine hineinzubekommen muss man versuchen die Tür so weit wie möglich aufzubekommen. Darüber ist die Gastherme die man entkalken sollte um warm Duschen zu können. Auf dem mal ursprünglich klappbaren Brett stapeln sich Plastikbecher und anderes unnötiges Zeug. Weiter ins Arbeitszimmer von ihrem Vater. Da Katharina in den Durchgang ihren Rucksack gestellt hat muss sie drübersteigen. Links sind Regale. Rechts ein Schreibtisch voll mit Unterlagen. Gerade aus ein Schreibtisch mit Drucker und PC. Darüber Regale. Unter den Tischen ist alles mögliche. Beim Schreiben auf der Tastatur liegt die Maus zwischen Tastatur und Körper aus Platzmangel. Links ein Telefon. Für Katharina ist das der Anlaufspunkt der Wohnung geworden. Zwei Stufen runter zum Wohnzimmer. Rechts der Esstisch, an dem auch ihr kleiner Bruder seine Hausaufgaben macht. Links stehen zwei Sofas. Das eine mit Stoffen überdeckt weil es sich in seine Bestandteile auflöst, das andere mit Spielsachen belagert. Der Tisch in der Ecke und die Hängelampe müssen zu Weihnachten dem Weihnachtsbaum weichen. Gegenüber ein Fernseher, der ausgeht, wenn er keine Lust mehr hat, darunter ein DVD-Recorder und ein nicht mehr genutzter VHS-Spieler. In der Ecke eine Steroanlage, bei der nur noch das Radio geht. Hinter dem Esstisch ein Schrank mit Tellern drinnen. Davor stapeln sich die Zeitungen. So, dass man teilweise nicht mal die oberen Türen öffnen kann. Links und rechts auf der Treppe liegt alles mögliche. Im Bad fällt der Staub auf, der sich bis auf 3cm ansammelt. Aus der Dusche kommt nur manchmal warmes Wasser, da die Gastherme nicht entkalkt ist. Auf einer Babybadewanne sind angetragene Klamotten von Katharinas Mutter. Im Arbeitszimmer von ihrer Mutter ist noch weniger Platz. Es sind noch 2m² Boden zu sehen. Über dem Türrahmen ein Regalbrett. Den Schreibtisch teil Katharina mit ihrer Mutter, die rechte hälfte gehört Katharina. Das Fenster lässt sich der Kakteen wegen nur kippen. Hinter dem Schreibtisch sind 6 Uraltmatratzen, die ein Bett ergeben. Darüber Regale, wovon Katharina sogar eins gehört. Alles andere im Raum ist voll mit Papier. Als Katharina klein war, hat man noch das 3. Regalbrett gesehen, das hinter all dem Papier ist. Jetzt sieht man gerade noch das 5. (von 7). Das Papier stapelt sich auf 1,40 m. Erst von 6 Jahren hat die Glühbirne eine Lampe drum rum bekommen. Im Arbeitszimmer hört man das Aggregat des Gefrierschranks, der draußen auf dem Balkon steht. Um auf den Balkon zu kommen, muss man aber über einen defekten Röhrenmonitor steigen, die ihre Mutter noch verkaufen will. Links der Tür ein Regal. Im Schlafzimmer steht rechts ein französisches Bett, mit Stockbett. Unten schlafen normalerweise ihre Vater und ihr Bruder (ihre Mutter im Arbeitszimmer). Oben schläft Katharina. Vor und hinter dem Bett sind an den Wänden je eine Schrankwand. Manche Schränke hat Katharina noch nie offen gesehen. Außer den zwei Schränken von Katharina kann man keinen der Schränke einfach so öffnen. Vor allen steht irgendwas. In der Mitte des Raumes stapeln sich Kisten mit Papier oder Spielsachen. Dahiner das Akkordeon von Katharina und vor der Balkontür das Keyboards ihres Bruders. Auf dem Balkon sind Pfandflaschen, die ihre Mutter von überall mitbringt.

Vor 1 1/2 Jahren hatte Katharina beschlossen, dass sie ihren Kleiderschrank ausmistet und die Kleider zur Altkeidersammlung gibt. Katharina hat wirklich nur die weg, die keiner mehr anziehen kann. Dass ihre Mutter die Kleider nicht aus dem Kontainer raus hat, hat Katharina nur demjenigen zu verdanken, der den Kontainer zu Silvester angerzündet hat. Dass Katharina sowas von verbal fertig gemacht worden ist, muss sie nicht weiter erwähnen. Es würden ihre Erinnerungen daran hängen. An einer total kaputten viel zu kleinen Unterhose (Größe 128!)??? Ja, stimmt, ihre Mutter hat die Klamotten gekauft (die meisten vom Flohmarkt), aber Katharina will doch selbst entscheiden, was sie in ihrem Schrank hat und was nicht. Seit dem kauft sich Katharina ihre Klamotten selbst. (Bevor sie mit ihrer Ausbildung angefangen hat, hat sie von ihrer Oma ab und zu mal wenig Geld bekommen. Kein Taschengeld oder so was.) Ihr Bruder hat noch weniger wie Katharina. Nicht ein mal ein Kleiderschrank.

Natürlich kommt außer Katharinas Oma niemand fremdes in das obere Stockwerk. Freunde, ob von Katharina oder ihrem Bruder, werden immer schlecht geredet und dürfen ausschließlich ins Wohnzimmer. Wenn zum Geburtstag die Eltern von Katharinas Vater kommen wird das Wohnzimmer ausgeräumt und alles hoch getragen, damit wenigstens ein bisschen Platz ist. Katharina hat nach der Geburt ihres Bruders nie wieder Freude oder Bekannte ihrer Eltern zu Hause gesehen. Katharinas Bruder ist jetzt 11. Das führt in Katharinas Augen dazu, dass sie sich nicht in Gruppen integrieren kann und Freundschaften aufbauen kann, die sie sich so sehnlichst wünscht. Dass ihr Bruder die gleichen Probleme hat, bestätigt es für Katharina. Sie will nicht, dass es ihm genauso geht, wie ihr.

Dass der Haushalt einigermaßen funktioniert, verdankt Katharina ihrem Vater, der immer zu Hause ist und die "Kinder" erzieht. Er kocht und putzt, wie jeder Hausmann. Ihre Mutter ist Lehrerin. Sie ist es auch die alles sammelt. Von Probierlöffelchen bis Zeitungen.
Wenn Katharinas Oma da ist, ist noch weniger Platz.

Jetzt sind für Katharina bald Abschlussprüfungen. Sie müsste lernen. Aber sie kann kaum, weil der Schreibtisch voll ist und Katharina nicht aufräumen kann, weil ihre Oma da ist.
Ihre Prüfungen sind ihr sehr wichtig, weil sie einen guten Abschluss machen will.

Klar würde es die Option geben, auszuziehen, aber Katharina hängt sehr an ihrem Vater, ihrem Bruder und der Katze. Außerdem will sie sich die Möglichkeit offen halten nach ihrer Ausbildung zur Schule zu gehen.

Die Wut ist das schlimmste. Ist bei der Arbeit irgendwas vorgefallen, wofür sie ihre Mutter verantwortlich macht und ihre Mutter sie zu Hause nur anspricht geht Katharina an die Decke. Und es ist ja meistens etwas positives, wie letztens die Situation: Katharina steht im Zimmer herum, weil sie etwas fragen will. Da ihr Kollege aber schon spricht, steht Katharina nur da. Zwei weitere Kollegen kommen rein, Katharina geht weiter ins kleine Zimmer rein und stößt an eine Papierolle. Ihr Kollege fährt Katharina an "Nein, meine Papierrolle! Die ist wichtig!" Katharina "Dann tu sie doch dort in die Ecke stellen, dann passierts nicht noch mal." "Gute Idee!" Da das schon häufiger aufgetreten ist ist Katharina auch mal gefragt worden, wie sie sowas sieht. "Übungssache!" Worauf Katharina natürlich in Erklärungsnot gekommen ist, wie man denn sowas übe...

Katharina weiß teilweise nicht mehr aus und ein.

Hilfe für ihre Mutter ist ausgeschlossen. Was also bleibt ist sich selbst zu Helfen. Aber wie denn?

*Verzweifelt nach Möglichkeiten such*


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BeitragVerfasst: 30.10.2009, 23:31 
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hi vergessen,
ich nehm mal an, dass du deine geschichte erzählst.
ich kann da wenig dazu schreiben, weil ich mit 17 ausm haus bin, mir war das wegkommen wichtiger als alles andere. ich habe auch keine familienbindung und hatte sie auch nie. ich wollte einfach immer nur raus.
du hast recht, der "mutter" kannst du nicht helfen.
du bist ja zum glück volljährig und kannst für dich entscheiden, ich fürchte, du wirst für dich prioritäten setzen müssen und dann danach handeln.


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BeitragVerfasst: 31.10.2009, 03:03 
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Hallo "Vergessen"!

Der Titel kommt sicher nicht nur so, oder? Vergessen.............. fühlst du dich so? Sieht so aus! Das tut mir leid! :(

Auch wenn du an deiner Famile (zumindest an deinem Vater und Bruder) hängst, so kann ich dir nur empfehlen, da raus zu kommen.

Ich hoffe sehr, dass du in der Lage bist, eine Wohnung in der Art führen zu können, wie du es gerne hättest. Vorzeigbare Räume zu haben, einen Freundeskreis aufzubauen und den auch nach Hause einladen zu können.

Deine Mutter scheint ein Messie im klaren Sinne zu sein. Und dein Vater schmeißt den Haushalt, soweit er kann.
Was mir nicht so recht einleuchten will ist, warum ihr 3 es nicht schaffen könnt, dagegen zu halten!?
So wie ich das verstanden habe, hälst du allein deine Mutter für schuldig an eurer Situation.

Hat deine Mutter noch nicht eingesehen, ein Messie zu sein? (Viele wollen es nicht wahr haben, da wäre deine Mutter nicht allein. Ging mir auch lange Zeit so!)

Eiskristall sagte ja bereits, dass DU deiner Mutter nicht helfen kannst.
Das sehe ich etwas anders. Du kannst zumindest mit dem Rest deine Familie auf sie einwirken. Ihr klar machen, dass es so nicht weitergehen kann und dass ihr das auch nicht wollt.

Wenndu weiter in der 3. Position von dir reden möchtest, behalte es bei.
Aber das musst du nicht!
Du bist hier anonym und kannst deinen Gedanken ruhig freien Lauf lassen!

Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft, und dass du deinen Weg findest, glücklich zu werden.


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BeitragVerfasst: 31.10.2009, 08:02 
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Hallöchen Vergessen,
ich denke auch, über kurz oder lang solltest du ausziehen, wenn du gegen deine Mutter nicht ankommst.
Auch ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft.


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BeitragVerfasst: 31.10.2009, 08:57 
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Hallo vergessen.

Ich höre aus Deiner Geschichte einen solchen Leidensdruck heraus, dass es mich tief bewegt.
Katharina und ihr Bruder sind unschuldig gefangen in einer Wohnung, ohne dass sie die Möglichkeit sehen, heraus zu kommen. Auch der emotionale Druck durch den Zwiespalt scheint unbezwingbar.

Was würde wohl passieren, wenn Katharina gehen könnte? Wie würde es in der Wohnung weitergehen ohne sie? Würde die Mutter es verzeihen, dass Katharina erwachsen wird? Wie würde Katharina damit umgehen können, wenn ihr Drang, glücklich zu leben siegt? Würden ihr Vater und der Bruder es schaffen, nicht unterzugehen, wenn sie weggeht?

Aber Katharina hat es verdient, frei zu sein, erwachsen zu sein, zu leben. 20 Jahre ist sie in der Wohnung bei ihrer Familie mit der Mutter, die alle emotional steuert. Und die Mutter hat nicht das recht, allein alles in Anspruch zu nehmen, allen das Leben zu diktieren, sie zu erpressen.

Die Mutter ist erwachsen und dazu gehört, emotional verantwortlich zu sein. Die Familie ist nicht verantwortlich für ihre Gefühle. Mit ihrer Trauer, ihrer Wut und ihrer Angst muss sie Leben lernen und es aushalten können.

Katharina ist sehr stark, auch wenn sie es nicht weiß. Und Katharina möchte so nicht mehr leben. Sie kann auf eigenen Beinen stehen, auch wenn es oft nicht leicht wird. Aber sie kann frei sein, wenn sie möchte. Sie darf ihre eigenen Erfahrungen machen, sich ihre Welt selbst aufbauen und selbst entscheiden, wie sie etwas haben möchte, oder nicht.

Wenn Katharina soweit ist, dann wird es Hilfen geben und die Möglichkeit, zur Schule zu gehen, auch wenn sie auszieht. Es gibt Menschen, die sie unterstützen werden und ihr sagen, dass sie sich von ihrer Mutter lösen kann, ihre eigene Welt aufbauen kann. Sie muss nicht dort wohnen bleiben.

Wie fühlt sich der Gedanke an, vergessen?

_________________
Manchmal würde ich gerne meine Wohnung googlen, wenn ich was suche!

Alles Liebe für Dich,
Tatjana


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BeitragVerfasst: 31.10.2009, 11:04 
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Hallo vergessen,

Katharina ist in ein einer sehr schwierigen Lage.

Es liest sich so als wäre die Mutter nicht der einzigste Messie im Hause. Trotzdem scheint sie ja die jenige zu sein die immer mehr hinzuträgt an Sachen und nichts los lässt. Da kann Katharina Ihrer Mutter nicht helfen, das kann niemand. Ändern tun sich Messis erst wenn sie selber es wollen.

Trotzdem muß sich die Situation ändern und für Katharina gibt es nur einen Weg: raus.
Es gibt Hilfen. Ist für Katharina nicht auch noch das Jugendamt zuständig? Ich glaube das war bis 21. Dort findet man vielleicht eine Beratungsmöglichkeit.

Katharina muß auch nicht direkt eine eigene Wohnung bezahlen, es gibt ja auch so Häuser wo man Zimmer mieten kann. Dann ist auch die Schule und das leben mit Bafög zu bezahlen, vielleicht gibt es Wohngeld, Kindergeld bekommt Katharina ja auch noch, wenn sie auszieht kann sie es auch direkt bekommen.

Niemand nimmt Ihr den Kontakt zu Familie, dafür sind alle zu alt. Als große Schwester weiß ich wie man an kleinen Brüdern hängen kann. Und das ist die andere Frage. Braucht auch er Hilfe?

Sehr schwierig, ich weiß. Selber Mama, selber Messie (aber nicht so schlimm) stellt man sich ja schon die Frage wo die Grenze ist das es so wirklich nicht mehr geht ohne das es dem Kindswohl extrem schadet. Braucht ein Kind einen eigenen Kleiderschrank, Grenzwertig, braucht das Kind warmes Wasser zum duschen? JA!

Ich denke es bleiben nur zwei Auswege. Entweder Katharina kümmert sich nur um sich und zieht aus. Wenn sie Ihr leben im Griff hat versucht sie dem Rest zu helfen

Oder sie holt Hilfe für die ganze Familie.

Was sagt denn der Vater zu dem ganzem? Sind ja auch seine Kinder.

Ich wünsche Katharina und Ihrer Familie alles Gute

_________________
LG Xalina

Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


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BeitragVerfasst: 31.10.2009, 11:40 
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Xalina hat geschrieben:

Ich denke es bleiben nur zwei Auswege. Entweder Katharina kümmert sich nur um sich und zieht aus. Wenn sie Ihr leben im Griff hat versucht sie dem Rest zu helfen

Oder sie holt Hilfe für die ganze Familie.

Was sagt denn der Vater zu dem ganzem? Sind ja auch seine Kinder.


So sehe ich es auch.
Hilfe für die ganze Familie ist halt nicht so einfach.
Katharina will vermutlich nicht durch Behörden und Menschen von aussen die Familie zerstören.
Was der Vater zur Situation meint, würde mich auch interessieren.
Vielleicht wäre ein erster Schritt, daß er, der Bruder und Katharina je ein ganzes Zimmer für sich beanspruchen könnten? Oder zumindest ein halbes mit freiem Eingangsbereich?

Ich wünsche Katharina alles Gute und die richtigen Schritte in ein befreites Leben in einer schönen Umgebung, die wieder Luft zum Atmen möglich macht.
Und auch der ganzen Familie einen guten Weg dahin.

_________________
Liebe Grüße, Cheany


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BeitragVerfasst: 31.10.2009, 13:35 
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Hallo Katharina,

Wenn du ein paar absätze machen würdest, wäre dein text einfacher zu lesen. :wink:

ich kann auch nur meinen Vorschreibern zustimmen. Deiner Mutter kann nur geholfen werden, wenn sie sich eingesteht das sie hilfe braucht.

Ich kann verstehen, das du helfen willst, aber du bist dafür nicht zuständig. Auch wenn es schwer ist es zu akzeptieren. Deine Eltern obliegt die Verantwortung....

Einfacher wäre es tatsächlich, wenn du ausziehen würdest. Dadurch verlierst du keinenfalls deine Familie! Es gibt sogar einige Familien, die gerade deshalb mehr zusammenhalten als wenn alle zusammen wohnen.

Da du aber nicht ausziehen willst, bleibt dir nur wenig auswahl:

1. Du akzeptierst das wie es jetzt ist einfach und fühlst dich eingeengt und verärgerd und hast wenig "Freiheit"

2. Du redest mit deinem Vater (er ist so wie du und dein Bruder "Co-Abhängig) und er muß mit seiner Frau reden damit ihr zu einer Lösung kommt.

3. selber ausziehen

4. (dies wäre mein Vorschlag:)
Nimm verbindung mir einer beratungsstelle auf. Für dich ist das Jugendamt nicht mehr zuständig, aber dein Bruder hat den Anspruch.
Lass es andere wissen, was dich für Probleme belasten und das du nicht ausziehen möchtest.

Das JA oder die Diakonie wird sich dann an deine Mutter wenden und ihr Hilfe anbieten, Gespräche etc. Das kann helfen, das deiner Mutter klar wird, das sie etwas ändern muß.
Sobald sie es einsieht, das sie Hilfe braucht, kann sie aktiv beginnen ihre (emozionalen?) Probleme in den GRiff zu bekommen und danach eure Wohnung.

Denn: Ihr als Familie hängt mit in dem Kreis drin und könnt nichts ändern.. nur improvisieren. Die Hilfe von aussen durchbricht den Kreis und es kann ein neuer Anfang gemacht werden.

Viel Glück

_________________
"Bitte aussagekräftige Threadtitel !"

Rot ist die Farbe der Admins und Mods. Bitte beachten! ;)


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 Betreff des Beitrags: Danke!
BeitragVerfasst: 31.10.2009, 15:02 
Erst mal danke an alle die geantwortet haben!

@eiskristall: Ja, es ist meine "Geschichte".
Prioritäten setzen, wie oft hat Katharina das in der Schule gehört. Aber von zu Hause kennt sie das nicht. Wenn Freitag nachts geplant wird, was Samstag gemacht wird, wird alles auf einen Zettel geschrieben, was sie vor haben. Guckt man sich dann den Zettel an, sieht man schnell, dass der Tag 48 std haben müsste um das alles zu machen. Kommen sie dann nach Hause, meckert sie rum, dass sie nicht alles geschaft hat.

Während Katharinas Schulzeit, ist sie irgendwann dahinter gekommen, dass sie zu erst ihre persönlichen Probleme lösen muss, bevor sie gute Noten schreiben kann. Jetzt erweist sich das als schwieriger...


@Mülli: Du hast recht, der Nickname kommt nicht von ungefair. Aber es ist keines Falls so, dass ich mich von meiner Familie vergessen fühle. Eher, dass ich bei vielen Sachen einfach nicht mehr weiß wie es geht.

Ob Katharina alleine leben könnte weiß sie eben nicht. Sicher war sie schon öfters alleine zu Hause. Aber Katharina kann nicht kochen. Das einzigeste was sie kann ist Flammkuchen backen. Nudeln kochen immer über, egal wie groß der Topf ist. Und einkaufen hat sie ja auch nicht müssen, was ja alles im Haus/ums Haus. Wirklich was geputzt hat Katharina auch noch nie.

Und würde sie wirklich Ordung halten? Wenn Katharina alleine war, sah es auch immer schlimm aus. Aber wenn jemand gekommen ist, hat sie ihre(!) Sachen aufgeräumt. Ungefair so, wie ihr es in euren Blitzaktionen beschrieben habt. War dann der Besuch da, hat es gehießen, dass man gar nicht sehe, dass Katharina hier lebe....

Und wie soll Katharina einen Freundeskreis aufbauen??? Wenn sie immer Angst hat zurückgewiesen zu werden?

Wie man liest, zweifelt Katharina daran, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Ja, warum schaffen es die 3 nicht? Katharinas Bruder hat mit seinen 11 Jahren erst angefangen zu verstehen, dass Platz wichtig ist. Er liebt seine Mutter über alles. Und Katharinas Vater, der macht was er kann. Er versucht es allen recht zu machen, was natürlich nicht gehen kann. Er ist derjenige der, wenn das Papier im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer überhand genommen hat, in eine mittlerweile schon volle extra angemietete Garage transportiert. Und er hat auch eine Therapie gemacht. Wie er das alles aushält weiß Katharina gar nicht. Außerdem will man ja geliebt werden von ihr.

Nein, sie sieht das nicht ein. Den Begriff Messie hat Katharina erst kennengelernt, als sie zu einer Beratungsstelle von der Stadt gegangen ist. Der Begriff ist bei Katharina zu Hause auch noch nie gefallen. Bringt ja auch nichts.

Zu der Erkenntnis, dass Katharina ihrer Mutter nicht helfen kann, hat es lange gebraucht.

Katharina schreibt gerne so. Es hilft ihr. Würde sie es nicht machen, würde sie nur Rotz und Wasser heulen. Und Weinen kostet viel Kraft.

Das Netz und auch diese Forum ist nicht so anonym wie man es gerne hätte. Jeder kann diese Beträge lesen!



@tatjana: Mal jemand der den Zwiespalt sieht. Danke!

Was passieren würde, wenn Katharina ausziehen würde? Warscheinlich nicht allzuviel. Ihr Bruder würde die Schränke befüllen, die sie durch den Auszug "leergeräumt" hat. Er würde auch in ihrem Bett schlafen. Und ihre Mutter würde das Regal befüllen, das im Arbeitszimmer freigeworden wäre. Ihr Platz auf dem Esstisch würde zugemüllt werden, so wie der Platz von ihrer Oma, wenn sie nicht da ist. Vllt würde ihr Bruder den Platz am Schreibtisch nutzen. Mehr würde nicht passieren.

Nein, sie würde es nicht verzeihen, dass Katharina erwachsen wird. Veränderungen sind immer schlecht. Egal welche!

Katharina kann ihre Tränen nicht mehr zurück halten, bei deinem Beitag, tatjana. Er macht Mut.


@Xalina: Es ist alles relativ. Bei ihrer Mutter sieht man nicht mehr, was ihr überhaupt noch wichtig ist oder an was sie gerade arbeitet. Bei meinem Vater ist das noch erkennbar. Er kann noch aussortieren und macht es auch, wenn er die Zeit und die Möglichkeit dazu hat. Und er findet die Dinge die braucht. Ihre Mutter braucht nichts und sucht alles. Bei ihr dreht sich nur noch alles darum, zu sammeln oder das zu verteidigen. Bei meinem Vater macht es für Katharina einen erkennbaren Sinn: Die Elektronikbücher kann man gebrauchen genauso wie Stapel von Kontoauszügen oder die entwickelten Fotos, die bei Katharina Erinnerungen hervorrufen. Ein Stadtplan von Stuttgart 1986 ist sinnvoller wie eine Zeitung vom Oktober 1986, oder Unterlagen über die Programmierung vom noch heute genutzen Notenprogramm pratischer wie der längst nicht mehr aktuelle Leitzkatalog von 1988. Die Fahrzeugpapiere vom aktuellen Wohnmobil sind von Vorteil im Gegesatz zu zwei Autos die nie mehr durch den TÜV kommen werden.

Natürlich bräuchte ihr Bruder Hilfe. Er müsste lernen, dass Freundschaften etwas wichtiges sind. Lernen, dass Körperpflege wichtig ist.
Katharina weiß, dass es auch ohne geht, aber mit Hilfe wäre es sicher einfacher.

Ein eigenes Bett mit 11 Jahren wäre auch sinnvoll, oder?


@Cheany: Ja, sicher. Sie will nichts "kaputt" machen. Sie will nicht das wenige funktionsfähige zerstören.

Das eigene Zimmer ist genauso aussichtslos, wie "nimm einfach einen großen Kontainer und schmeiß alles rein!".


Das Problem ist endefekt, dass immer alles nur einen Übergangslösung ist. Nur gibt es nichts ideales.
Katharina hat zwar keinen Platz, aber sie kann die Leute so nehmen wie sie sind und dann auch noch sagen "so is er halt". Und sie weiß, dass alles immer noch schlimmer werden kann. So leben ist kein Problem, nur die Auswirkungen auf das soziale Umfeld werden zum Problem.
Die Lebensweise hat auch einige Vorteile. Man hat immer Zeitungen oder Kartons, womit man oft eine ganze Schulklasse versorgen kann. Und wenn einem kurz vor Mitternacht einfällt, dass man noch ein Schulheft braucht, weiß man auch wo man suchen muss. Es kommt auch nie vor, dass man nichts zu essen im Haus hat. Die wenigsten haben so viele Konserven wie wir. In der Wohnung kann auch nichts verloren gehen, weil ja nie was wegkommt. Man findet alles früher oder später wieder. Nur von der Katze mitgebrachte Mäuse sollte man schnellstens finden!

Eure Beträge geben Kraft!


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 Betreff des Beitrags: Re: Danke!
BeitragVerfasst: 31.10.2009, 19:10 
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mein erster Gedanke ist ehrlich gesagt: hoffentlich sind alle Schutzengel ständig in Alarmbereitschaft, die Unfallgefahr ist doch einfach riesig!
Ich habe da selbst eine saublöde Erfahrung gemacht, mit Langzeitfolgen. Eigentlich verdränge ich das (noch) komplett, habe es auch noch nie jemandem erzählt.
Ohnehin passieren die meisten Unfälle im häuslichen Bereich, wieviel höher ist erst die Gefahr in einer solchen Messie-Situation!?

Als zweiter Gedanke kam mir: Abgrenzung.

Ich könnte und wollte diese Verantwortung nicht ewig tragen. Das ist absolut krankmachend. Manchmal gilt auch einfach: Hilfe durch Nichthilfe. Wer sich dann nicht Hilfe holt (zuvor Krankheitseinsicht), dem kann von Angehörigen auch einfach nicht geholfen werden. Die beseitigen höchstens die Symptome (war bei mir so), verkürzen ihre Lebenszeit und verlängern die Leidenszeit desjenigen.


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